Archiv für den Monat: Juni 2015

POP UP CRANACH jetzt in Wittenberg

Die Wanderausstellung POP UP CRANACH hat ihre Zelte in Berlin abgebrochen und ist zu ihrer nächsten Station nach Wittenberg weitergereist. Wir haben den Ab- und Wiederaufbau begleitet. Ab Freitag, 26. Juni 2015, ist die Ausstellung im Rahmen der Landesausstellung Sachsen-Anhalt „Cranach der Jüngere 2015“ in der schönen Lutherstadt zu sehen.

25. Juni 2015 – Bernhard Wedow

Im Pausenraum

Die Theatermalerei für Wittenbergs zukünftigen zentralen Besucherempfang können wir leider nicht in unseren eigenen Hallen ausführen. Der Prospekt ist mit einer Länge von knapp 70 Metern und einer Höhe von 9 Metern doch zu groß. Aber auch in der dafür passenden Halle ist es unserem Team gelungen, eine gemütliche Atmosphäre für die Wartezeit während der Trocknungsphasen zu schaffen. Allerdings trifft man es hier nur selten an.

23. Juni 2015 – Bernhard Wedow

Sommerfest bei hertzer

„Schön war’s gewesen!“ So der allgemeine Tenor zum Sommerfest bei hertzer, zu dem sich in der vergangenen Woche rund 200 Gäste einfanden, um gemeinsam mit den vier Firmengründern Boris Hertzer, Roderich Scheller, Stefan Tkotz und Bernhard Wedow den 21. Sommer des Unternehmens zu feiern. Viel Anklang fand v.a. die Fotoausstellung zur Firmengeschichte. Dass es wirklich schon über 20 Jahre her ist, seit sie sich in Köpenick in ihrer ersten Werkstatt zusammenfanden, konnte so mancher Wegbegleiter kaum fassen.

Das erste Bühnenbild entstand in der Garage
Damals wussten die vier auch noch nicht, wohin sich das Geschäft entwickeln würde. Man kannte sich von der Schulbank, machte gemeinsam Musik und tüftelte herum. „Angefangen hat alles eigentlich schon Ende der 80-iger Jahre in der sogenannten Off-Theater-Szene“, berichtet Boris Hertzer aus den Gründertagen der damaligen GbR. Bis Anfang der Neunziger tourte er selbst mit dem Theater „Wilde Mischung“ durch Deutschland und studierte dann Theater- und Veranstaltungstechnik an der heutigen Beuth Hochschule. Auch Stefan Tkotz und Roderich Scheller studierten hier, während sich Bernhard Wedow zunächst einer Ausbildung zum Grafiker widmete.

Das erste Bühnenbild entstand noch während des Studiums in der Garage des elterlichen Hauses. Weitere folgten dann bereits in den eigenen Werkstätten in Berlin Köpenick. Aus den Schulfreunden wurden Geschäftspartner – aus der kleinen GbR 1999 schließlich eine GmbH mit heute 30 Mitarbeitern. Vor zwei Jahren zog das Unternehmen von Berlin Weißensee nach Berlin-Pankow. Für die immer größer werdenden Bühnenbauten und zum Teil parallel laufenden Produktionen wurden dringend größere Hallen benötigt. „Das Besondere an hertzer ist, dass wir alle Gewerke wie Holz- und Metallbau, Technik und Theatermalerei unter einem Dach verbinden, weil wir der Meinung sind, dass sie zusammengehören“, erklärt Bernhard Wedow das Geschäftskonzept. „Nur so können wir jeden Produktionsschritt im Blick behalten und Reibungsverluste an den Schnittstellen vermeiden.“

„hertzer“ gilt als Synonym für handwerkliche Qualität
Dass dies ein großer Vorteil ist, hat sich in der Theaterbranche herumgesprochen. Hier gilt der Name „hertzer“ schon lange als Synomym für handwerkliche Qualität und Zuverlässigkeit. Das Festspielhaus Baden-Baden, Theater an der Wien und das Tanzensemble „Sasha Waltz & Guests“ zählen zu den langjährigen Kunden des Berliner Unternehmens. „Im Oktober 2012 erhielten wir dann erstmals auch einen Anruf des Bayreuther Festspielhauses“, erzählt Bernhard Wedow. In der neuen Ringinszenierung von Frank Castorf stammen die Dekorationsbauten für die Opern „Rheingold“, „Walküre“ und „Rienzi“ aus den Werkstätten der hertzer GmbH. Zum festen Kundenstamm der Firma zählen aber auch Landesbühnen, Stadttheater und Museen.

Die Spezialisierung sowohl im Theater- als auch im Ausstellungsbereich ist eine weitere Besonderheit, die das Unternehmen von anderen Firmen in der Branche abhebt. Diese ermöglicht es, die künstlerischen Gegebenheiten des Bühnenbereichs auf den Ausstellungsbereich zu übertragen. So entstehen in den hertzer-Werkstätten neben Kulissen und Dekorationsbauten auch Ausstellungvitrinen und Exponate für Kulturstiftungen und Museen wie das Naturkundemuseum Berlin, das Neue Museum, das Bröhan Museum oder das Museum für Kommunikation. „Letztlich unterscheiden wir inzwischen nicht mehr so sehr, ob wir für ein Theater oder ein Museum bauen“, erzählt Wedow, „alles, was unsere Werkstatthallen verlässt, nennen wir ‚szenografische Bauten.“

Wir machen weiter, nur besser
„Nur schade, dass wir als Berliner Unternehmen so wenig in der eigenen Stadt zu tun haben“, bedauert Wedow. Seit der Gründung der Opernstiftung im Jahr 2004 sind die staatlichen Theater verpflichtet, ihre Kulissen bei den eigenen zentralen Werkstätten zu beauftragen. „Das war früher anders. Aber die Zeiten, in denen die Berliner Häuser regelmäßig bei uns anriefen, sind leider vorbei.“ Dennoch kann sich das Unternehmen nicht über leere Auftragsbücher beklagen. Erst kürzlich haben die Dekorationsbauten für die Operninszenierung „La Traviata“ am Festspielhaus Baden-Baden die Werkstatthallen verlassen. Auch für die kommenden Monate sind schon wieder neue Produktionen geplant.

Dass die vier Firmengründer auch nach über 20 Jahren noch zusammenhalten, ist wohl der Tatsache zu verdanken, dass sich in all der Zeit keiner der vier auf Kosten der anderen profiliert hat. Alle Entscheidungen werden gemeinsam getroffen, Krisen auf acht Schultern verteilt und Erfolge zusammen gefeiert. „Natürlich durchleben auch wir Höhen und Tiefen“, erzählt Roderich Scheller. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten machen stetig sinkende Kulturetats nicht nur Theaterhäusern und Museen das Überleben schwer. „Das bekommen auch wir sehr schmerzvoll zu spüren“, berichtet Scheller. Doch gemeinsam haben sie bis jetzt noch jede Krise gemeistert. Und das soll auch in den nächsten 20 Jahren so bleiben, denn darin sind sich die vier einig: „Wir machen weiter, nur besser!“

16. Juni 2015 – Bernhard Wedow